StartWirtschaft & AlltagPreise & InflationErst essen, später abstottern: Discounter führt Ratenzahlung für Wocheneinkauf ein

Erst essen, später abstottern: Discounter führt Ratenzahlung für Wocheneinkauf ein

Der neue „Lebensmittel-Finanzierungsplan“ soll Haushalte entlasten, indem sie den Schock an der Kasse künftig auf mehrere Monate verteilen können.

Musterstadt (BPD) – Angesichts weiter angespannter Haushaltsbudgets hat ein bundesweit tätiger Discounter die Einführung einer Ratenzahlung für den regulären Wocheneinkauf angekündigt. Kundinnen und Kunden sollen ihre Einkäufe ab sofort nicht mehr vollständig an der Kasse bezahlen müssen, sondern können Grundnahrungsmittel, Hygieneartikel und spontane Trostschokolade in bequemen Monatsraten finanzieren.

Nach Unternehmensangaben handelt es sich um einen „kundenorientierten Beitrag zur finanziellen Atmungsfähigkeit des modernen Einkaufswagens“. Die Maßnahme richte sich insbesondere an Menschen, die an der Kasse bislang noch versuchten, Preise durch kurzes Blinzeln, nochmaliges Hinsehen oder inneres Verhandeln mit dem Kassendisplay zu senken.

„Wir haben festgestellt, dass viele Bürgerinnen und Bürger ihren Wocheneinkauf inzwischen emotional wie eine mittelgroße Immobilienentscheidung erleben“, erklärte Unternehmenssprecher Malte Korbmann. „Mit unserem neuen Modell holen wir die Menschen dort ab, wo sie stehen: zwischen Tomaten, Toilettenpapier und der Frage, ob Käse wirklich notwendig ist.“

Bonitätsprüfung zwischen Brokkoli und Backwaren

Das neue System trägt den Namen „Kauf jetzt, bereue später – Basis“. Es ermöglicht laut Discounter die Finanzierung von Warenkörben ab einem Einkaufswert von 19,99 Euro. Für größere Haushalte, Familien mit Kindern oder Personen mit ausgeprägtem Interesse an Markenbutter soll zusätzlich das Modell „PlusRaten Haushalt“ eingeführt werden.

An der Kasse wird künftig automatisch geprüft, ob der Warenkorb für eine Sofortzahlung, Teilzahlung oder begleitete Preisverarbeitung geeignet ist. Dazu scannt das System nicht nur die Produkte, sondern auch den Gesichtsausdruck der Kundschaft während der Zwischensumme.

„Wenn jemand bei 43,78 Euro bereits so aussieht, als würde er innerlich einen Kreditvertrag mit sich selbst führen, bieten wir diskret eine Streckung auf drei Monate an“, erklärte Korbmann. „Bei Tiefkühlpizza, Kaffee und Waschmittel kann es im Einzelfall zu Laufzeiten kommen, die über die Haltbarkeit einzelner Produkte hinausgehen.“

Das Unternehmen betont, die Prüfung erfolge selbstverständlich datensparsam. Erfasst würden lediglich Einkaufswert, Zahlungsbereitschaft, Nervenzucken, Warenkorbgewicht, Blickkontaktvermeidung und die Anzahl der zurückgelegten Artikel kurz vor der Kasse.

Ministerium begrüßt „inflationspädagogischen Ansatz“

Auch die neu eingerichtete Bundesstelle für haushaltsnahe Zahlungsstreckung sieht in dem Modell einen wichtigen Schritt zur „Modernisierung privater Überforderung“. Die Behörde prüft nach eigenen Angaben bereits, ob Ratenzahlungen im Lebensmitteleinzelhandel künftig als offizielles Instrument der Preiswahrnehmungsdämpfung anerkannt werden können.

„Preise sinken dadurch zwar nicht“, sagte eine Sprecherin der Bundesstelle. „Aber sie verteilen sich psychologisch günstiger über den Kalender. Das ist aus Sicht der Verwaltung ein erheblicher Fortschritt, weil Bürgerinnen und Bürger dann nicht mehr an einem einzigen Samstag, sondern über mehrere Monate hinweg irritiert sein können.“

Nach Angaben aus zuständigen Kreisen werde zudem geprüft, ob Bürger künftig einen Antrag auf temporäre Einkaufswertverzögerung stellen können. Ein entsprechender Antrag kann ab sofort beantragt werden, sobald das Formular zur Beantragung des Antragsformulars vorliegt.

Die Maßnahme diene der besseren Nachvollziehbarkeit bereits nicht nachvollziehbarer Preisentwicklungen. Zuständig ist zunächst niemand, perspektivisch aber alle.

Drei Monate für Nudeln, zwölf für Olivenöl

Besonders beliebt dürfte laut ersten Prognosen das sogenannte „Grundnahrungsmittelpaket Flex“ werden. Es umfasst klassische Produkte wie Brot, Milch, Nudeln, Eier und jene Packung Aufschnitt, die früher beiläufig im Wagen lag, heute aber kurz vor der Kasse noch einmal ernsthaft diskutiert wird.

Für Olivenöl, Kaffee und bestimmte Sorten Käse sind gesonderte Finanzierungsbedingungen vorgesehen. Diese Produkte gelten intern als „emotional hochpreisige Alltagsgüter“ und könnten künftig nur noch nach kurzer Beratung durch geschultes Kassenpersonal erworben werden.

„Wir wollen niemanden bevormunden“, sagte Korbmann. „Aber wer zwei Flaschen Olivenöl, eine Packung Pistazien und Batterien kauft, trifft eine finanzielle Lebensentscheidung. Da ist es fair, einen Moment innezuhalten.“

Kundinnen und Kunden erhalten nach dem Einkauf einen Tilgungsplan, auf dem genau aufgeführt ist, wann welcher Teil des Warenkorbs abbezahlt ist. So könne es vorkommen, dass die Milch bereits vollständig beglichen sei, während die Zahnpasta noch bis zum folgenden Quartal nachwirke.

Für besonders preisbewusste Haushalte soll es zudem die Option geben, einzelne Produkte vorzeitig auszulösen. Wer beispielsweise im März noch an einer im Januar gekauften Gurke zahlt, kann diese durch eine Sondertilgung emotional abschließen.

Verbraucherschützer fordern Warnhinweise auf Einkaufswagen

Verbraucherverbände reagierten zurückhaltend kritisch. Zwar könne Ratenzahlung kurzfristig entlasten, langfristig bestehe jedoch die Gefahr, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Vorratskammer mit einem Finanzierungsportfolio verwechselten.

„Ein Wocheneinkauf sollte kein Kreditereignis sein“, erklärte die fiktive Verbraucherbeauftragte Dr. Henriette Kassensturz. „Wenn Menschen beim Bezahlen von Kartoffeln gefragt werden, ob sie eine Restschuldversicherung wünschen, ist möglicherweise ein Punkt erreicht, an dem man gesellschaftlich kurz den Einkaufswagen festhalten sollte.“

Der Discounter weist diese Kritik zurück. Eine Restschuldversicherung sei nur für verderbliche Waren geplant, bei denen die Ware vor Ablauf der Finanzierung nicht mehr im Haushalt nachweisbar sei. In solchen Fällen könne der Kunde zwischen „Verzehr bestätigt“, „Produkt vergessen“ und „nicht mehr eindeutig identifizierbar“ wählen.

Auch eine Mahngebühr bei nicht bezahlten Brötchen sei derzeit nicht vorgesehen. Stattdessen sollen säumige Zahler zunächst einen höflichen Hinweis erhalten, dass ihr Frühstück aus Sicht des Unternehmens noch nicht vollständig abgeschlossen sei.

Kassenbon wird zum Finanzdokument

Eine weitere Neuerung betrifft den Kassenbon. Dieser soll künftig nicht mehr nur als Kaufnachweis dienen, sondern als mehrseitiges Finanzdokument mit Tilgungsübersicht, Risikohinweis und emotionaler Einordnung des Einkaufs.

Auf Seite eins stehen weiterhin die gekauften Produkte. Seite zwei zeigt die monatliche Belastung. Seite drei erklärt, warum der Betrag trotz Rabattaktion höher wirkt als erwartet. Seite vier enthält eine amtliche Empfehlung, beim nächsten Einkauf „preisbewusster, aber nicht hoffnungslos“ vorzugehen.

Kassenbons über 80 Euro müssen laut Pilotprojekt künftig nicht mehr einfach ausgedruckt, sondern „ausgegeben und innerlich verarbeitet“ werden. Dafür wird am Ausgang eine kurze Ruhezone eingerichtet, in der Kundinnen und Kunden ihren Bon falten, anstarren oder wortlos in die Jackentasche schieben können.

Weitere Modelle bereits in Planung

Nach dem Start der Ratenzahlung prüft der Discounter weitere Finanzprodukte für den Alltag. Im Gespräch sind unter anderem Leasingmodelle für Einkaufswagen, Tagesgeldkonten für Pfandbons und ein Treueprogramm, bei dem Kunden ab dem zehnten finanzierten Einkauf einen kostenlosen Überblick über ihre Lebensentscheidungen erhalten.

Auch ein Abo-Modell für Grundnahrungsmittel wird getestet. Dabei erhalten Haushalte monatlich eine Kiste mit Produkten, die sie sich theoretisch leisten könnten, wenn sie im Vormonat weniger Produkte finanziert hätten.

Besonders ambitioniert ist das geplante Modell „Einkauf 2030“. Dabei wird der Warenkorb nicht mehr bezahlt, sondern in ein langfristiges Generationenkonto überführt. Kinder könnten dann später nachvollziehen, welche Haferflocken ihre Eltern damals noch nicht vollständig getilgt hatten.

„Wir schaffen damit Transparenz über familiäre Konsumgeschichte“, erklärte ein Berater der Kommission zur Vereinfachung komplexer Vereinfachungen. „Früher erbte man Häuser, heute vielleicht anteilig eine offene Rechnung für Waschmittel und Paprika. Das ist nicht schön, aber sehr zeitgemäß.“

Zum Schluss betonte der Discounter, niemand müsse das neue Angebot nutzen. Wer seinen Wocheneinkauf weiterhin sofort bezahlen wolle, könne dies selbstverständlich tun, sofern der Betrag nicht vorher noch einmal durch das Kassendisplay überprüft und dem Kunden zur persönlichen Reflexion vorgelegt werde.

Die ersten Tests verliefen nach Unternehmensangaben erfolgreich. Besonders positiv sei aufgenommen worden, dass der Einkauf an der Kasse nicht mehr abrupt mit einer Zahlung ende, sondern als längerfristige finanzielle Beziehung zwischen Mensch, Markt und Mischgemüse fortbestehe.

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